Für die meisten Motorradfahrer ist ein System mit 4K-Frontkamera, Heckkamera und Wasserschutz nach IP67 die stimmigste Lösung: Unsere Empfehlung ist die VANTRUE F1 (laut Hersteller 4K vorne, 1080p hinten, IP67, GPS). Wer es unauffälliger oder nur vorne braucht, findet vier Alternativen von 1080p-Doppelsystemen bis zur displaylosen Mini-Kamera. Rechtlich gilt wie im Auto: Dauerhaftes, anlassloses Filmen ist nach Auffassung der Datenschutzaufsicht unzulässig, kurze anlassbezogene Aufnahmen können zulässig sein.
Inhalt
- Motorrad-Dashcams im Überblick
- Unsere Empfehlungen im Detail
- Motorrad-Dashcam oder Actioncam?
- Kaufkriterien für Motorrad-Dashcams
- Bewertungsmatrix: So ordnen wir ein
- Was unabhängige Tests sagen
- Rechtslage: Darf ich am Motorrad filmen?
- Häufige Fehlkäufe bei Motorrad-Dashcams
- Entscheidungshilfe: Welche Kamera passt zu dir?
- Weitere Vergleiche
Eine Dashcam am Motorrad muss mehr aushalten als im Auto: Regen, Vibrationen, Temperaturschwankungen und ein knappes Bordnetz. Dazu kommt die Grundsatzfrage, ob eine klassische Motorrad-Dashcam oder eine Action-Kamera besser passt, wie sie unser Vergleich Dashcam vs. Actioncam allgemein behandelt. Diese Seite ordnet fünf Modelle ein, erklärt die wichtigsten Kaufkriterien und fasst die Rechtslage für Helm- und Lenkerkameras zusammen. Einen Überblick über alle Fahrzeugarten findest du im großen Dashcam-Vergleich.
Motorrad-Dashcams im Überblick
| Modell | Aufnahme | Wasserschutz | Besonderheit | Weiter |
|---|---|---|---|---|
Vantrue F1 Motorrad | 4K vorne, 1080p hinten | IP67 (laut Hersteller) | Ja, GPS, 5-GHz-WLAN, Parkmodus mit Dauerstrom | Preis prüfen* |
VSYSTO Motorrad Dual | 1080p vorne und hinten | IP67 für die Kameras (laut Anbieter) | Ja, WLAN, Kabel-Controller | Preis prüfen* |
VSYSTO WiFi Motorrad-Kamera | 1080p vorne und hinten | Kameras wasserdicht, Haupteinheit nicht | Ja, WLAN, Kabel-Controller | Preis prüfen* |
CAMECHO Motorrad-Dashcam | 1080p vorne, ohne Display | IP66 (laut Hersteller) | Nein, nur Frontkamera, 2,4-GHz-WLAN | Preis prüfen* |
Rimoody Motorrad-Dashcam | 1080p vorne und hinten, sehr kompakt | Keine IP-Klasse genannt | Ja, WLAN, Kollisionserkennung, Parkmodus | Preis prüfen* |
Alle Angaben in der Tabelle stammen aus den Herstellerangaben der Produktseiten und sind nicht von uns nachgemessen. Wie wir einordnen, erklärt die Seite So vergleichen wir.
Unsere Empfehlungen im Detail
VANTRUE F1: das umfangreichste System
Die VANTRUE F1 kombiniert laut Hersteller eine 4K-Frontkamera mit einer 1080p-Heckkamera, je 160° Blickwinkel, und bringt GPS, 5-GHz-WLAN sowie eine kabelgebundene Fernbedienung mit. Der Hersteller gibt für das gesamte System IP67 an und nennt einen Schrägmodus für Kurvenfahrten sowie elektronische Bildstabilisierung (EIS) als Antwort auf Vibrationen. Ein Stromkabel für die Dauerstromversorgung soll im Lieferumfang liegen.
Damit ist sie das Modell mit dem größten Spielraum bei Bildqualität und Ausstattung. Der Preis dafür ist der Einbauaufwand: Zwei Kameras und eine Fernbedienung wollen sauber verlegt werden. Wer das nicht selbst macht, sollte den Einbau einplanen, wie in unserem Ratgeber zum Dashcam-Einbau beschrieben.

Vantrue F1 Motorrad
Ideal für: Für Tourenfahrer und Vielfahrer, die vorne und hinten in hoher Auflösung aufzeichnen wollen.
- 4K vorne
- 1080p hinten
- IP67 laut Hersteller
- 5-GHz-WLAN
- GPS
- 4K-Frontkamera plus 1080p-Heckkamera
- Laut Hersteller IP67 für das gesamte System
- GPS, 5-GHz-WLAN und kabelgebundene Fernbedienung
- Stromkabel laut Hersteller im Lieferumfang
- Zwei Kameras bedeuten mehr Kabelwege am Motorrad
- Der Parkmodus braucht Dauerstrom und belastet die Batterie
VSYSTO mit IP67 und Kabel-Controller
Das VSYSTO-Doppelsystem (B08HH6R4BH) zeichnet laut Anbieter vorne und hinten in 1080p mit 130° Weitwinkel auf. Der Anbieter nennt IP67 für beide Kameras und einen kabelgebundenen Controller, über den sich per Tastendruck eine Notfallaufnahme sichern lässt. Die kleine Haupteinheit soll unter den Sitz passen. Die Loop-Intervalle sind laut Anbieter 1, 2, 3 oder 5 Minuten wählbar.
Beachte: Die IP-Angabe bezieht sich ausdrücklich auf die Kameras. Und laut Anbieter muss man sich für eine deutsche Bedienungsanleitung an den Hersteller wenden.

VSYSTO Motorrad Dual
Ideal für: Für Fahrer, die ohne 4K auskommen und Front und Heck mit einem Kabel-Controller bedienen möchten.
- 1080p vorne und hinten
- 130°
- IP67 Kameras laut Anbieter
- WLAN
- Doppelsystem mit 130° Weitwinkel
- IP67 für Front- und Heckkamera laut Anbieter
- Notfallaufnahme per Tastendruck am Controller
- Kleine Haupteinheit, unter dem Sitz montierbar
- Deutsche Anleitung laut Anbieter nur auf Nachfrage
- IP-Angabe gilt für die Kameras, nicht ausdrücklich für die Haupteinheit
VSYSTO D6L: Doppelsystem mit Starlight-Nachtsicht
Das zweite VSYSTO-Modell (B0FWKBZ53H) ist ähnlich aufgebaut: zwei 1080p-Kameras, 130°, WLAN mit App, LED-Controller. Der Hersteller wirbt mit „Starlight“-Nachtsicht. Wichtig ist ein Hinweis in der Produktbeschreibung: Die Haupteinheit ist nicht wasserdicht, nur die Kameras sind es. Eine IP-Klasse nennen die Herstellerangaben nicht.

VSYSTO WiFi Motorrad-Kamera
Ideal für: Für Fahrer, die ein 1080p-Doppelsystem mit geschützt untergebrachter Haupteinheit suchen.
- 1080p vorne und hinten
- 130°
- WLAN und App
- Kabel-Controller
- Zwei 1080p-Kameras mit Starlight-Nachtsicht laut Hersteller
- WLAN-Modul mit App für iOS und Android
- Controller mit LED-Statusanzeige
- Haupteinheit laut Hersteller nicht wasserdicht
- Keine IP-Klasse in den Herstellerangaben
CAMECHO: kompakte Frontkamera ohne Display
Die CAMECHO (B0GJ37QQTH) ist die einfachste Lösung: eine fest eingebaute Frontkamera mit 1080p bei 30 fps und 110° horizontalem Blickwinkel, IP66 laut Hersteller, bohrfreie Montage und Bedienung über die App per 2,4-GHz-WLAN. Gehäusemaße laut Titel: 7 × 4 × 3,2 cm. Speicherkarten bis 128 GB werden unterstützt, die Karte gehört nicht zum Lieferumfang.
Die Grenzen liegen auf der Hand: keine Heckkamera, kein Display. Wer nur die Fahrbahn vor dem Motorrad dokumentieren will, bekommt dafür ein unauffälliges Gerät.

CAMECHO Motorrad-Dashcam
Ideal für: Für Fahrer, die nur nach vorne aufzeichnen und die Kamera kaum sichtbar anbringen wollen.
- 1080p vorne
- 110°
- IP66 laut Hersteller
- 2,4-GHz-WLAN
- IP66 laut Hersteller
- Sehr kompakt, ohne Display
- Bohrfreie Montage laut Hersteller
- Nur Frontkamera
- Nur 2,4-GHz-WLAN, Zugriff nur über das Smartphone
- Speicherkarte nicht im Lieferumfang
Rimoody: unauffälliges Doppelsystem
Die Rimoody-Dashcam (B0GVHDM9HV) setzt auf Miniaturformat: Gehäuse mit 86 × 58 × 16 mm, zwei 1080p-Kameras (vorne und hinten), Kollisionserkennung mit Sperre der aktuellen Aufnahme und Parkmodus laut Hersteller. Loop-Intervalle von 1, 3 oder 5 Minuten, Betriebstemperatur von −20 °C bis +70 °C und Verkabelung mit Kabelbindern nennt der Anbieter ebenfalls. Eine Schutzart nach IP gibt er nicht an. Gerade bei Motorradmodellen ohne Windschutz ist das ein Punkt, den du vor dem Kauf beim Anbieter erfragen solltest.

Rimoody Motorrad-Dashcam
Ideal für: Für Fahrer, die Front und Heck in 1080p wollen und Wert auf ein sehr kleines Gehäuse legen.
- 1080p vorne und hinten
- 86 x 58 x 16 mm
- Parkmodus
- WLAN
- Front- und Heckkamera in 1080p
- Sehr kompakt, Montage mit Kabelbindern
- Kollisionserkennung und Parkmodus laut Hersteller
- Temperaturbereich −20 bis +70 °C laut Hersteller
- Keine IP-Klasse in den Herstellerangaben
- Parkmodus erfordert Dauerstrom aus dem Bordnetz
Motorrad-Dashcam oder Actioncam?
Action-Kameras sind für Helm und Lenker verbreitet, speichern laut radfahren.de aber normalerweise ununterbrochen und haben oft keinen G-Sensor. Eine Motorrad-Dashcam ist dagegen auf Dauerbetrieb am Fahrzeug ausgelegt: Sie startet mit der Zündung, überschreibt alte Dateien und sichert Aufnahmen bei Erschütterung. Die ausführliche Gegenüberstellung findest du im Vergleich Dashcam vs. Actioncam. Eine Besonderheit unter unseren fünf Modellen: Die AIKER-Kamera auf unserer Seite zu Fahrrad-Dashcams ist ausdrücklich als Helm- und Action-Kamera beschrieben und wird dort eingeordnet.
| Kriterium | Dashcam am Motorrad | Kamera am Helm |
|---|---|---|
| Stromversorgung | Bordnetz oder Dauerstrom möglich | Nur Akku, begrenzte Laufzeit |
| Aufnahmelogik | Loop-Aufnahme, Aufprallsperre über G-Sensor | Oft Dauerfilm ohne Sperrlogik |
| Blickrichtung | Fest zur Fahrtrichtung | Folgt dem Kopf des Fahrers |
| Rechtliche Fragen | Datenschutz, Anlass der Aufnahme | Zusätzlich: Eignung des Helms mit Anbauten klären |
| Diebstahlschutz | Fest montiert, ggf. verkabelt | Muss abgenommen und mitgenommen werden |
Kaufkriterien für Motorrad-Dashcams
Wasserschutz: Was bedeutet IP67?
Die Schutzart (IP-Code) nach DIN EN 60529 beschreibt zwei Dinge: Die erste Ziffer den Schutz gegen feste Fremdkörper und Staub (6 steht für staubdicht), die zweite den Schutz gegen Wasser. Dabei steht 6 für Schutz gegen starkes Strahlwasser und 7 für Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen. IP67 deckt also Staub, Regen und kurzes Eintauchen ab, nicht aber Hochdruckreiniger: Dafür ist IP69 beziehungsweise IPX9K definiert.
Für Motorradfahrer heißt das: IP66 oder IP67 ist für Regenfahrten ein sinnvoller Mindeststandard. Wichtig ist, worauf sich die Angabe bezieht. Bei Doppelsystemen gilt sie oft nur für die Kameras, nicht für die Haupteinheit. Dann gehört die Haupteinheit geschützt untergebracht, etwa unter der Sitzbank.
Vibration und Befestigung
Ein Einzylinder auf Landstraße oder eine Reiseenduro auf Schotter erzeugen Schwingungen, die eine Saugnapfhalterung aus dem Autobereich überfordern können. Setze auf feste Halterungen mit Schrauben oder stabile Klemmen und achte auf Bildstabilisierung, wie sie manche Hersteller als EIS angeben. Auch im Auto ist die Halterung ein bekannter Schwachpunkt: Im gemeinsamen Vergleich von ADAC und c’t vom 14.09.2018 klappten bei zwei Dritteln der Kameras die Halterungen bei einem Aufprall nach oben, sodass nur noch der Himmel gefilmt wurde. Das war kein Motorrad-Vergleich, die Erkenntnis zur Halterung lässt sich aber übertragen. Mehr zur Befestigung: Halterung.
Verkabelung am Bordnetz
Motorräder haben ein kleines Bordnetz mit begrenzter Batteriekapazität. Für eine Dashcam gibt es zwei Wege: Anschluss an Zündungsplus (Kamera läuft nur bei eingeschalteter Zündung) oder Dauerstrom für Parkmodus und Aufnahme im Stand. Ein Hardwire-Kit mit Unterspannungsschutz verhindert, dass die Batterie leergezogen wird. Gerade bei Maschinen, die länger stehen, ist das ein Muss. Der Parkmodus belastet die Batterie, rechtlich ist er zudem heikel, weil er den öffentlichen Raum auch im Stand filmt.
Plane Sicherung, Leitungsführung und Schutz vor Hitze und scharfen Kanten ein. Wenn du nicht sicher bist, lass den Anschluss in der Werkstatt machen. Die Schritte im Überblick erklärt unser Einbau-Ratgeber.
Auflösung, Nachtsicht und Speicher
Ob ein Kennzeichen lesbar bleibt, hängt von Auflösung, Bildwinkel und Montagehöhe ab; mehr Details dazu im Vergleich 4K-Dashcams. Technisch helfen WDR und HDR bei Gegenlicht, etwa bei tiefstehender Sonne. Für Dauerbetrieb eignen sich Karten mit hoher Schreibausdauer, siehe High-Endurance-Karte und unsere Übersicht zur Speicherkarte für Dashcams.
Bewertungsmatrix: So ordnen wir ein
Die folgende Einstufung leiten wir aus den Herstellerangaben ab. Sie ist keine Messung. Das Vorgehen beschreiben wir unter So vergleichen wir.
| Kriterium | VANTRUE F1 | VSYSTO B08HH6R4BH | VSYSTO D6L | CAMECHO | Rimoody |
|---|---|---|---|---|---|
| Auflösung | stark | solide | solide | solide | solide |
| Wasserschutz | stark (IP67) | solide (IP67 Kameras) | Basis (Haupteinheit nicht wasserdicht) | solide (IP66) | keine Angabe |
| Heckkamera | ja | ja | ja | nein | ja |
| App und WLAN | stark (5 GHz) | solide | solide | Basis (2,4 GHz) | solide |
| Kompaktheit | solide | stark | stark | stark | stark |
| Dauerstrom/Parkmodus | stark | Basis | Basis | Basis | solide |
Was unabhängige Tests sagen
Uns ist kein unabhängiger Vergleich bekannt, der diese fünf Motorrad-Dashcams geprüft hat. Veröffentlichte Tests von ADAC, Stiftung Warentest und TCS betreffen Auto-Dashcams. Welche Ergebnisse das sind, fassen wir auf der Seite Testergebnisse zu Dashcams zusammen. Zur Einordnung: Das TCS nennt im Vergleich vom 20.11.2025 bei der Viofo A229 Pro einen Superkondensator „für hohe Temperaturen“ als Stärke. Das Thema Hitze ist auch bei Motorrädern relevant, die in der Sonne stehen.
Rechtslage: Darf ich am Motorrad filmen?
Dieser Abschnitt fasst öffentlich zugängliche Aussagen von Behörden und Gerichten zusammen. Er ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.
Ob die Kamera am Lenker, am Fahrzeug oder am Helm sitzt, ändert an den datenschutzrechtlichen Grundregeln wenig. Die Landesdatenschutzbeauftragte Niedersachsen schreibt in ihrer FAQ (Stand Juni 2024): Eine kurze anlassbezogene Aufzeichnung kann zulässig sein, anlasslose Aufzeichnungen sind grundsätzlich unzulässig. Als anlasslos gilt eine Aufnahme, die bei Fahrtantritt beginnt und erst überschrieben wird, wenn der Speicher voll ist. Ebenso gilt ein Parkmodus als anlasslos, wenn er den öffentlich zugänglichen Raum filmt.
Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 15.05.2018 (Az. VI ZR 233/17) entschieden, dass Dashcam-Aufnahmen im Unfallhaftpflichtprozess verwertbar sein können, obwohl permanentes Aufzeichnen datenschutzwidrig ist. Das Gericht wägt im Einzelfall ab. Für Bußgelder bleibt der Datenschutz relevant: Der Bußgeldrahmen reicht nach ADAC bis 20 Millionen Euro, in der Praxis liegen Bußgelder gegen Privatpersonen laut LfD Niedersachsen im Bereich von 500 Euro bei leichtem Verstoß. Details für Autofahrer stehen im Ratgeber „Dashcam erlaubt?“, zur Beweisverwertung im Ratgeber Dashcam als Beweismittel.
Besonderheiten bei der Helmkamera
Für den Helm kommen zwei Fragen dazu. Erstens die Veröffentlichung: Nach der LfD-FAQ dürfen Dashcam-Aufzeichnungen in aller Regel nicht veröffentlicht werden, wenn andere Verkehrsteilnehmer oder Kennzeichen erkennbar sind. Das gilt auch für Tourenvideos, die du bei Plattformen hochlädst. Zweitens der Helm selbst: Laut einem Bericht von Motopinas vom 28.07.2020 plante die UN-Wirtschaftskommission für Europa, am Helm montierte Zusatzgeräte wie Action-Kameras in die Prüfung nach ECE 22.06 einzubeziehen, weil Anbauten Energieaufnahme und Rotationsschutz verändern können. Ob und wie das für dein Modell umgesetzt ist, klärst du am besten beim Helmhersteller. Kleben oder Bohren am Helm ist ohne Freigabe riskant.
Für Radfahrer fasst radfahren.de zusammen: Wie und wo eine Kamera am Fahrrad angebracht wird, ist nicht speziell geregelt, sie muss aber stabil sitzen und die Sicht nicht beeinträchtigen, was auch für die Befestigung am Helm gilt. Das lässt sich sinngemäß als Orientierung auch für Motorradfahrer nutzen. Für das Ausland beachte unsere Hinweise zu Dashcams im Ausland, bevor du die Alpen-Tour startest. Tourentipps und Zubehör findest du im Magazin unter Motorrad-Zubehör für Touren.
Häufige Fehlkäufe bei Motorrad-Dashcams
| Fehlkauf | Warum problematisch | Besser so |
|---|---|---|
| Auto-Dashcam mit Saugnapf am Lenker | Keine feste Halterung, kein Wasserschutz | Motorradspezifisches System mit IP-Angabe |
| IP-Klasse ohne Bezugsangabe geglaubt | Gilt oft nur für Kameras, nicht für die Haupteinheit | Beschreibung prüfen, Haupteinheit geschützt verbauen |
| Parkmodus ohne Unterspannungsschutz | Batterie kann sich entladen | Hardwire-Kit mit Abschaltspannung |
| Schwache Speicherkarte | Dauerschreiben verschleißt Standardkarten | High-Endurance-Karte verwenden |
| Nur Frontkamera, aber Auffahrunfälle befürchtet | Hecksituation wird nicht erfasst | Doppelsystem mit Heckkamera |
Rechenbeispiel: Wie lange reicht die Speicherkarte?
Zur Veranschaulichung nehmen wir an, eine 1080p-Aufnahme belegt 12 Megabit pro Sekunde (Annahme, die tatsächliche Datenrate hängt vom Modell und der Einstellung ab). Eine 128-GB-Karte (die CAMECHO unterstützt laut Hersteller bis 128 GB) fasst 128 × 8.000 = 1.024.000 Megabit. Geteilt durch 12 sind das etwa 85.300 Sekunden, also rund 23,7 Stunden Aufnahme. Bei einem Doppelsystem mit zwei Kanälen halbiert sich diese Zeit ungefähr, bei 4K sinkt sie weiter. Mit Loop-Aufnahme wird die älteste Datei überschrieben. Aus Datenschutzsicht ist genau das ein Problem, siehe Rechtslage oben.
Entscheidungshilfe: Welche Kamera passt zu dir?
- Tourenfahrer mit Gepäck und Reiseenduro: Doppelsystem mit starkem Wasserschutz, zum Beispiel die VANTRUE F1.
- Stadt- und Pendlerverkehr: Kompakte Frontkamera, die schnell abnehmbar ist.
- Naked Bike ohne Platz unter der Sitzbank: Miniaturformat wie die Rimoody, mit Blick auf den fehlenden IP-Wert.
- Wenig Lust auf Kabel: Modelle mit eigener Stromversorgung sind im Auto-Segment verbreitet; bei Motorrädern gibt es kaum Lösungen ohne Anschluss. Wirf einen Blick auf Akku-Dashcams.
Wenn du dich für eine Frontkamera mit Heckkamera interessierst, kannst du dir die Ausstattung der Dashcams mit Front- und Heckkamera ansehen. Eine kleine Kamera für das Auto findest du unter Mini-Dashcams. Wer ein 1080p-Doppelsystem mit IP67-Kameras sucht, kann die VSYSTO-Variante mit IP67-Kameras* prüfen.
Wer mehr Auflösung braucht, kann sich die VANTRUE F1* ansehen; für ein sehr unauffälliges System ist die Rimoody-Doppelkamera* eine Option.
Ist eine Dashcam am Motorrad erlaubt?
Das Anbringen ist erlaubt, entscheidend ist der Datenschutz. Die Datenschutzaufsicht Niedersachsen hält dauerhafte, anlasslose Aufzeichnung für unzulässig und akzeptiert kurze, anlassbezogene Aufnahmen. Aufnahmen vor Gericht kann das Gericht im Einzelfall trotzdem verwerten (BGH, VI ZR 233/17).
Was bedeutet IP67 bei einer Motorrad-Dashcam?
IP67 heißt staubdicht und geschützt gegen zeitweiliges Untertauchen nach DIN EN 60529. Hochdruckreiniger sind damit nicht abgedeckt. Prüfe zudem, ob die Angabe für Kamera und Haupteinheit gilt.
Wie schließe ich die Kamera am Bordnetz an?
Üblich ist ein Anschluss an Zündungsplus oder Dauerstrom über Sicherung, bei Parkmodus mit Unterspannungsschutz. Wenn du dir unsicher bist, lasse den Anschluss in einer Werkstatt machen.
Darf ich Aufnahmen meiner Tour auf YouTube hochladen?
Laut LfD Niedersachsen dürfen Dashcam-Aufnahmen in aller Regel nicht veröffentlicht werden, wenn andere Personen oder Kennzeichen erkennbar sind. Pixeln hilft nur eingeschränkt, wenn die Aufnahme selbst unzulässig war.
Ist eine Helmkamera besser als eine Lenkerkamera?
Eine Helmkamera folgt dem Blick, ist aber vom Akku abhängig und berührt die Frage, ob der Helm Anbauten verträgt. Eine am Fahrzeug montierte Kamera kann mit dem Bordnetz versorgt werden und bleibt fest in Fahrtrichtung ausgerichtet.
Kann ich die Dashcam im Parkmodus laufen lassen?
Technisch ja, bei Dauerstrom. Rechtlich gilt der Betrieb im Stand, der den öffentlichen Raum filmt, nach der LfD-FAQ als anlasslos. Außerdem belastet er die Batterie.
Weitere Vergleiche
- FAQ Dashcams im Straßenverkehr, Landesbeauftragter für den Datenschutz Niedersachsen, Stand Juni 2024
- BGH zur Verwertbarkeit von Dashcam-Aufnahmen, Legal Tribune Online, 15.05.2018 (BGH, Urteil vom 15.05.2018, VI ZR 233/17)
- Dashcams: Was erlaubt ist und was nicht, ADAC, 04.02.2026
- Schutzart (IP-Code nach DIN EN 60529), Wikipedia, abgerufen im Rahmen der Recherche
- Dashcams am Fahrrad: Rechtslage, Wissenswertes, Produkte, radfahren.de, 31.08.2023
- ECE wants helmet Bluetooth comms and action cameras crash tested as part of 22.06, Motopinas, 28.07.2020
- Dashcam-Test, Touring Club Schweiz, 20.11.2025
- Ernüchterndes Ergebnis: Gute Dashcams gibt es noch nicht, t-online (dpa/tmn) zum ADAC/c’t-Vergleich, 14.09.2018
* Affiliate-Link: Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, für dich ändert sich der Preis nicht. Mehr dazu im Werbehinweis.




